Warum die Smart Testing Solution (STS) den Messraum an die Linie holt?

In der modernen Fertigung stehen Qualitätsmanager und Produktionsleiter vor einem klassischen Dilemma: Die Forderung nach einer Null-Fehler-Strategie und 100%-Prüfung steht oft im Konflikt mit dem enormen Zeit- und Kostendruck. Der traditionelle Weg über den klimatisierten Messraum ist präzise, aber oft ein Flaschenhals, der den Takt der Produktion verlangsamt.

Bei Protech Lehrenbau haben wir diese Herausforderung angenommen. Die Antwort ist ein Paradigmenwechsel: Wir bringen die Präzision der Messmaschine direkt an die Fertigungslinie. In diesem Artikel stellen wir unsere Smart Testing Solution (STS) vor – eine Symbiose aus Lehrenbau und Automatisierung, die nicht nur misst, sondern Prozesskosten radikal senkt.

Das Ende des „Mess-Tourismus“

Klassische Messprozesse sind oft logistische Herausforderungen. Bauteile müssen ausgeschleust, transportiert und auf einer stationären KMG (Koordinatenmessmaschine) oder manuellen Vorrichtung geprüft werden. Das kostet Zeit und bindet Personal.

Das Protech STS System ist die digitale Alternative zu diesen herkömmlichen Methoden. Es handelt sich um ein hochmobiles System, das Bauteile automatisch spannt und vermisst. Anstatt das Bauteil zur Messmaschine zu bringen, kommt die Messlösung dorthin, wo die Wertschöpfung stattfindet: direkt an die Linie.

Die technologische Basis

  • Materialunabhängigkeit: Ob Stahl, Aluminium, Kunststoff (1K oder 2K) oder Glas – das System erfasst definierte Merkmale über die gesamte Laufzeit eines Bauteils.
  • Dimensionen: Wir realisieren Lösungen für Bauteile bis zu einer Größe von X 4000mm / Y 1600mm / Z 2100mm.
  • Vollautomatisierung: Die Vorrichtung übernimmt das Spannen und die sensorische Erfassung (taktil oder optisch), was den Bedienereinfluss komplett eliminiert und Messfehler drastisch reduziert.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Der ROI-Case

Technik begeistert, aber Wirtschaftlichkeit entscheidet. Oft werden automatisierte Lösungen als teures „Add-on“ betrachtet. Ein direkter Vergleich zeigt jedoch, dass die manuelle Messung der eigentliche Kostentreiber ist.

Zwar liegt das initiale Investment für eine automatisierte STS-Lösung (ca. 30.000 € – 40.000 €) höher als bei einer manuellen Vorrichtung (8.000 € – 10.000 €). Doch die Betrachtung der Betriebskosten (OPEX) dreht die Rechnung komplett um:

  1. Amortisation: In vielen Projekten amortisiert sich die Anlage in weniger als 6 Monaten.
  2. Einsparpotential: Durch die automatisierte Messwerterfassung erreichen wir eine Zeitersparnis bei der Bauteilvermessung von über 90%. Dies führt zu einer korrespondierenden Senkung der Personalkosten im Projekt um ebenfalls über 90%.
  3. Kosten pro Messpunkt: Wir kalkulieren eine Kosteneinsparung von über 5 € pro Messpunkt gegenüber konventionellen Methoden.
  4. Modulare Bauweise: Hoch flexibles Modul zur Qualitätssicherung in der Serienfertigung, komplett mit Spann- und Messequipment, sehr schnelle i.O / n.i.O Bauteilklassifizierung inklusiv automatische Übermittlung der Messdaten über ein Datenschnittstelle in IT System.

Was bedeutet das über die Projektlaufzeit? Bei einem Bauteil mit 10 Messpunkten summiert sich die Einsparung über die Laufzeit auf bis zu 800.000 €. Bei komplexeren Bauteilen mit 20 Messpunkten sind Einsparungen von bis zu 1,6 Millionen Euro möglich. Selbst bei einer stichprobenartigen Prüfung von nur 2% der Bauteile im Serienbetrieb lassen sich monatlich bis zu 8.000 € einsparen.

Smart Factory Integration: Datenfluss statt Papierkram

Eine „messende Lehre“ ist heute mehr als nur Mechanik. Die STS fungiert als intelligenter Knotenpunkt in Ihrer IT-Landschaft. Messergebnisse werden nicht nur lokal angezeigt (i.O. / N.i.O.), sondern automatisch in Ihre hauseigene IT-Infrastruktur übertragen.

  • Sofortiges Feedback: Mitarbeiter an der Linie erhalten die Ergebnisse direkt vor Ort.
  • Automatisches Handling: N.i.O.-Teile (Nicht in Ordnung) können automatisiert ausgeschleust werden, was verhindert, dass Fehler in den nächsten Prozessschritt gelangen.
  • Flexibilität: Toleranzänderungen lassen sich einfach über die Software anpassen, ohne dass mechanische Umbauten notwendig sind.

Aus der Praxis: Präzision trifft Robustheit

Die Theorie ist gut, die Praxis ist besser. Zwei Beispiele verdeutlichen die Bandbreite der STS:

Beispiel 1: Hochsensible Glasbauteile (Porsche Targa Glasdach) Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt. Wegen der Labilität des Glasdaches erfolgt eine bereichsweise Messung.

  • Umfang: Prüfung von 11 RPS-Punkten und 60 taktilen Messpunkten.
  • Herausforderung: Sicheres Spannen und Messen ohne Beschädigung der empfindlichen Oberfläche.

Beispiel 2: Komplexer Aluguss (Rückwandtüre Innenteil) In diesem Szenario zeigt die STS ihre Stärke bei komplexen Geometrien und Automatisierung.

  • Umfang: 8 RPS-Punkte, 28 taktile Messpunkte und zusätzlich 6 Lochprüfungen mittels Kreuzschlitten.
  • Sicherheit: Der gesamte Ablauf inkl. pneumatischer Spanner und Zustellung der Messeinheiten erfolgt vollautomatisch und konform zur Maschinenrichtlinie (CE).

Beispiel 3: Komplexe Schweißteile In diesem Projekt zeigt das System seine Leistungsfähigkeit in der Umsetzung für mehrere komplexe Schweißteile eines großen Tier 1 Lieferanten.

  • Umfang: Mehrere automatisch messende Lehren zur Qualitätsüberwachung von komplexen Schweißteilen im Serienbetrieb mittels vollautomatischer Spanner und Messwerterfassungen
  • Zielsetzung: Entwicklung und Fertigung kleiner und hoch flexibler Messzellen, die autark an der Fertigungslinie auch vom Werker bedient werden können.

Fazit: Qualitätssicherung als Wettbewerbsvorteil

Mit der Protech Smart Testing Solution verwandeln Sie die Qualitätssicherung von einem Kostenfaktor in einen Effizienztreiber. Sie entlasten Ihren Messraum, reduzieren Personalkosten und erhalten verlässliche, digitale Daten in Echtzeit.

Namenhafte Hersteller wie Audi, Porsche, BMW, Daimler und eine Vielzahl von großen Tier 1 Lieferanten vertrauen bereits auf unsere Expertise im Lehrenbau. Es ist Zeit, auch Ihre Messprozesse zu automatisieren.

Möchten Sie berechnen, wie schnell sich eine STS für Ihr aktuelles Projekt amortisiert?

Lassen Sie uns Ihre Messpunkte und Taktzeiten analysieren.

Ihr Ansprechpartner: Markus Leder (Business Development Manager)
E-Mail: m.leder@wolpertservice.de – Mobil: +49 (0) 170 / 419 80 35

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